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Lebensdauer Solarmodulen

Seit dem Jahr 2000 untersucht das National Renewable Energy Laboratory (NREL), eine Einrichtung des US-Energieministeriums, wie sich die Lebensdauer von Solarmodulen im realen Einsatz entwickelt. Der aktuelle Bericht zeigt beeindruckende Fortschritte: Im Vergleich zu frühen Modellen hat sich die Haltbarkeit mindestens verdoppelt.

Für die Analyse wurden Daten aus mehreren tausend Solaranlagen weltweit und rund 50.000 in den USA installierten Systemen ausgewertet. Das Ergebnis: Die Solarmodule verlieren im Durchschnitt lediglich 0,5 Prozent Leistung pro Jahr, während Komplettausfälle extrem selten sind – nur etwa eines von 2.000 Modulen fällt jährlich vollständig aus.

Unterschiede bei den Herstellern

Die Unterschiede zwischen den Herstellern sind dennoch deutlich. So zeigen Langzeittests, die seit 2016 laufen, dass Module von Mission Solar, LG oder Longi mit einer Verschlechterung von weniger als 0,25 Prozent pro Jahr glänzen. Ganz anders dagegen Sunpreme-Module, die mit 2 Prozent Leistungsverlust jährlich zu den Schlusslichtern zählen. Über einen Zeitraum von 50 Jahren behalten die besonders langlebigen Modelle fast 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung, während bei einer Minderung von 2 Prozent schon nach 11 Jahren weniger als 80 Prozent erreicht werden. Bei den im Durchschnitt gemessenen 0,5 Prozent liegt die Restleistung nach 25 Jahren immerhin noch bei knapp 88 Prozent – ein wichtiger Faktor für die Lebensdauer von Solarmodulen.

Haltbarkeit unterliegt mehreren Faktoren

Warum sich die Haltbarkeit unterscheidet, liegt an mehreren Faktoren. Entscheidend ist die Qualität des Halbleitermaterials und wie gut es durch Glas und Schutzschichten vor Umwelteinflüssen abgeschirmt ist. Auch eine anfängliche, aber einmalige Leistungseinbuße von 1 bis 3 Prozent in den ersten Betriebsstunden spielt eine Rolle. Hinzu kommen klimatische Bedingungen: In heißen Regionen altern Solarmodule deutlich schneller als in gemäßigten Zonen. Wind, Schnee oder auch häufige Reinigungen können die Oberflächen zusätzlich belasten und so die Lebensdauer verkürzen.

Schon 2017 kam das NREL zu dem Schluss, dass eine Haltbarkeit von rund 30 Jahren im Außeneinsatz realistisch ist und Garantiezeiten von 25 Jahren gerechtfertigt sind. Doch erst durch Langzeitmessungen über viele Jahre hinweg ließ sich der tatsächliche Leistungsabfall zuverlässig erfassen.

Quelle: NREL
Bildquelle: Foto von Evgeniy Alyoshin auf Unsplash

Bauturbo

Am Juni 2025 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung beschlossen. Ziel des Bauturbo ist es, Baurecht zu vereinfachen, kommunale Entscheidungsfreiheit zu stärken und zügig mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Finanzminister Lars Klingbeil und Bundesbauministerin Verena Hubertz (beide SPD) präsentierten den Entwurf direkt auf einer Baustelle in Berlin – als Zeichen für konkretes Handeln. Die Bundesregierung erwartet durch die Maßnahmen eine jährliche Entlastung von über 2,5 Mrd. Euro für Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft.

Zentrale Elemente des Gesetzes:

  • Bau-Turbo (§ 246e BauGB neu):
    Kommunen können bis 31.12.2030 in bestimmten Gebieten von bauplanungsrechtlichen Vorgaben abweichen. Neue Wohnungen dürfen dann nach nur zwei Monaten geprüft und genehmigt werden – auch ohne Bebauungsplan. Dies gilt für Neubau, Umbau oder Umnutzung.
  • Nachverdichtung erleichtert (§ 31 Abs. 3 BauGB):
    Auch im Geltungsbereich eines Bebauungsplans darf künftig mehr Wohnbebauung realisiert werden – z. B. durch Aufstockung, Bauen in zweiter Reihe oder Anbauten.
  • Wohnbau im unbeplanten Innenbereich (§ 34 Abs. 3b BauGB):
    Dort können künftig auch Gebäude entstehen, die sich nicht exakt in die Umgebung einfügen – ein Hebel für innerstädtischen Wohnraum.
  • Öffnung des Außenbereichs:
    In eng begrenztem Umfang darf künftig auch am Siedlungsrand gebaut werden – vorausgesetzt, Umwelt- und Flächensparziele werden eingehalten.
  • Innovative Lösungen für lärmsensible Lagen:
    Kommunen können beim Aufstellen von Bebauungsplänen flexibler mit Immissionsschutz umgehen, um auch in gemischten Quartieren (z. B. neben Gewerbe) neuen Wohnraum zu schaffen.
  • Verlängerung des Umwandlungsschutzes:
    Mietwohnungen in angespannten Märkten dürfen auch weiterhin nicht einfach in Eigentumswohnungen umgewandelt werden – eine Schutzmaßnahme gegen Verdrängung.
  • Kommunale Selbstverwaltung gestärkt:
    Die Entscheidungshoheit bleibt bei den Gemeinden. Sie wählen selbst, ob sie den Bau-Turbo einsetzen. Die Länder können weiterhin Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt ausweisen und dadurch zusätzliche Instrumente wie Baugebote oder Vorkaufsrechte aktivieren.

Quelle: BMWSB

Stimmung Wohnungsbau

Im Mai 2025 hat sich die Stimmung im Wohnungsbau weiter verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex kletterte von -37,2 auf -31,5 Punkte – ein deutliches Zeichen für zunehmenden Optimismus in der Branche. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen entwickelten sich spürbar positiv.
„Die Unternehmen im Wohnungsbau schöpfen vorsichtig neue Zuversicht“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Die Stimmung hellt sich weiter auf – auch wenn der Weg zur vollen Erholung noch bevorsteht.“

Die Auftragslage bleibt zwar herausfordernd, doch zeigt sich auch hier Stabilität: 51 % der Unternehmen berichteten von Auftragsmangel – nahezu unverändert gegenüber April (51,2 %). Besonders erfreulich ist der Rückgang bei den Stornierungen: Nur noch 8,6 % der Firmen meldeten im Mai abgesagte Projekte, nach 10,4 % im Vormonat.

Ein weiterer Lichtblick ist die gestiegene Zahl an Baugenehmigungen im ersten Quartal. „Das ist ein ermutigendes Signal“, so Wohlrabe. „Ob die Trendwende gelingt, hängt nun davon ab, ob der angekündigte Wohnungsbau-Turbo der neuen Bundesregierung zündet – die Voraussetzungen sind jedenfalls vielversprechend.“

Quelle: ifo

Neues Bauen

Mehr als 800 Teilnehmende sowie über 120 Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Baupraxis machten den „Baustellendialog“ von Neues Bauen – 80 Sekunden am 24. und 25. Juni 2025 in der Berliner MaHalla zu einem eindrucksvollen Signal: Für mehr Tempo, bessere Zusammenarbeit und bezahlbares Bauen in Deutschland.

Gebäudetyp E – der neue Standard

Ein wichtiger Meilenstein für kostengünstigen Wohnraum ist erreicht: Der erste skalierbare Gebäudetyp E steht in den Startlöchern. Beim Summit unterzeichneten die Netzwerkpartner Buwog, Goldbeck, Vonovia, Schüco und E.ON eine Vereinbarung zur gemeinsamen Umsetzung. In Bochum entsteht nun das erste Pilotgebäude – mit hoher Prozess- und Betriebseffizienz.

Das Ziel: den Gebäudetyp E bundesweit zur Anwendung zu bringen – als Modell für beschleunigtes, wirtschaftliches und gleichzeitig zukunftsfähiges Bauen. Die Vorteile liegen auf der Hand: kurze Planungs- und Bauzeiten, niedrigere Baukosten, standardisierte Abläufe – und damit ein wirkungsvolles Instrument für mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland.

Praxisnahe Lösungen

Drei Taskforces des Netzwerks Neues Bauen – 80 Sekunden arbeiten bereits mit Hochdruck an Lösungen für die drängendsten Herausforderungen der Branche. Ein Highlight des Summits war die exklusive Potenzialstudie zum seriellen Dachaufbau, die über 270.000 neue Wohnungen auf bestehenden Gebäuden identifiziert – ermittelt mithilfe künstlicher Intelligenz, die mehr als 22 Millionen Objekte ausgewertet hat.

Auch wirtschaftspolitisch bieten sich konkrete Hebel: Die von Ökonom Prof. Dr. Dr. Bert Rürup geleitete Wachstumsinitiative Wohnungsbau zeigte, dass bereits die Realisierung genehmigter, aber noch nicht gebauter Projekte kurzfristig ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,5 % ermöglichen könnte – ein starkes Argument für beschleunigtes Handeln.

Zu den Mitgliedern der Taskforces gehören unter anderem:
Prof. Dr. Ing-habil. Christoph van Treeck (RWTH Aachen), Dr. Birgit Guhse (Arcadis), Dr. Daniel Schubert (Westenergie), Alexander Rychter (GdW), Matthias Günther (Pestel-Institut), Uwe Eichner (VIVAWEST), Jörn-Michael Westphal (ProPotsdam GmbH), Prof. Dr. Bert Rürup, Prof. Michael Voigtländer (IW), Robert Kroth (Neues Bauen – 80 Sekunden) und Christoph Heidenreich (Stadtbaurat Gelsenkirchen).
(Foto: Christian Wyrwa)

Ob KI-gestützte Baustellenplanung, digitale Quartierslösungen oder zirkuläre Materialsysteme – die MaHalla wurde für zwei Tage zum lebendigen Innovationslabor. Der direkte Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Startups bot nicht nur wertvolle Impulse, sondern auch konkrete Anstöße zur Umsetzung.

Quelle: Neues Bauen – 80 Sekunden
Bildquelle: Foto von Andrew Whitmore auf Unsplash

Transaktionsvolumen steigt

Laut aktueller Marktanalyse des IVD beleben sich die Immobilienmärkte weiter: Im ersten Quartal 2025 erhöhte sich das bundesweite Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorquartal um 12,1 % auf 70,2 Milliarden Euro. Damit bestätigt sich der positive Trend, der bereits seit Mitte 2024 anhält.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2024 verzeichneten die Immobilientransaktionen besonders starke Zuwächse in Berlin (+56,1 %), Sachsen (+44,1 %) und Hessen (+41,1 %). Am geringsten fiel das Plus in Rheinland-Pfalz aus – hier stieg das Transaktionsvolumen lediglich um 2,5 %.

Nordrhein-Westfalen bleibt mit einem Anteil von 19,5 % am bundesweiten Transaktionsvolumen Spitzenreiter unter den Bundesländern, gefolgt von Bayern (19,2 %) und Baden-Württemberg (14,0 %). Damit unterstreichen diese wirtschaftsstarken Regionen erneut ihre zentrale Bedeutung für den Immobilienmarkt.

Quelle und Bildquelle: ivd

Wohnatlas 2025

Der Preisrückgang am deutschen Immobilienmarkt setzte sich auch im Jahr 2024 fort, fiel jedoch deutlich moderater aus als im Vorjahr. Das geht aus dem Wohnatlas 2025 der Postbank hervor. Betrachtet man alle Landkreise und kreisfreien Städte zusammen, so sanken die realen Preise – also inflationsbereinigt bei einer Teuerungsrate von 2,2 Prozent – für bestehende Eigentumswohnungen im Schnitt um 2,8 Prozent gegenüber 2023. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor lag das Minus real noch bei deutlichen 10,1 Prozent. Diese Entwicklungen gehen aus dem aktuellen „Postbank Wohnatlas 2025“ hervor. Die Analyse wurde vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) im Auftrag der Postbank durchgeführt. Die Studie liefert detaillierte Einblicke darüber, in welchen Regionen die Immobilienpreise besonders stark gefallen oder gestiegen sind – sowie über die durchschnittlichen Quadratmeterpreise im Jahr 2024.

Städte und Um­land blei­ben teu­er

Den stärksten realen Preisrückgang unter den sieben größten Städten Deutschlands verzeichnete im vergangenen Jahr Stuttgart mit einem Minus von 5,6 Prozent. Auch in München gingen die Preise für Bestands-Eigentumswohnungen zurück – inflationsbereinigt um durchschnittlich 3,5 Prozent. Trotz dieses Rückgangs bleibt München die teuerste Stadt des Landes: Nirgendwo sonst mussten Kaufinteressierte 2024 mehr für einen Quadratmeter bezahlen. Der Durchschnittspreis lag dort bei 8.787 Euro. Auf Platz zwei folgte Hamburg mit durchschnittlich 6.191 Euro pro Quadratmeter, knapp vor Frankfurt am Main mit 6.160 Euro.

Ferienwohnung ebenfalls betroffen

Auch in den beliebten Urlaubsregionen an der Nord- und Ostseeküste sowie im Alpenraum waren 2024 nahezu flächendeckend rückläufige Quadratmeterpreise zu beobachten. Dennoch bleibt das Preisniveau in diesen Gegenden – ebenso wie in vielen Teilen Süddeutschlands – weiterhin hoch. Besonders deutlich wird das im Kreis Nordfriesland, zu dem Sylt, Föhr und Amrum gehören: Trotz eines inflationsbereinigten Preisrückgangs von 8,1 Prozent lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis dort bei stolzen 8.331 Euro – dem zweithöchsten Wert bundesweit.

Am moderatesten fielen die Preise im Landkreis Aurich, wo sich bekannte Urlaubsinseln wie Juist, Norderney und Baltrum befinden. Hier gingen die Preise für Eigentumswohnungen 2024 real lediglich um 1,9 Prozent zurück. In einzelnen Küstenregionen kam es sogar zu Preissteigerungen: So stiegen die realen Preise im niedersächsischen Kreis Wesermarsch um 8,7 Prozent, in Wittmund um 3 Prozent, in Cuxhaven um 2,6 Prozent und im schleswig-holsteinischen Kreis Schleswig-Flensburg um 7,6 Prozent.

Postbank Wohn­atlas 2025

Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich veröffentlichte Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert – bis hinunter auf die Ebene einzelner Landkreise und kreisfreier Städte. Die aktuelle Preisstudie bildet den Auftakt der diesjährigen Ausgabe. Unter der Leitung von Diplom-Volkswirtin Dörte Nitt-Drießelmann, Senior Researcherin am Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), wurde darin die Entwicklung der Immobilienpreise in insgesamt 400 Regionen Deutschlands detailliert ausgewertet.

Quelle: Postbank
Bildquelle: Postbank Wohnatlas 2025

Baugenehmigungen

Im März 2025 wurden in Deutschland insgesamt 19.500 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entspricht das einem Anstieg von 5,8 % beziehungsweise 1.100 Baugenehmigungen gegenüber dem Vorjahresmonat. Im ersten Quartal 2025 belief sich die Gesamtzahl der genehmigten Wohnungen auf 55.400 – das sind 3,4 % oder 1.800 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2024. Die Zahlen umfassen sowohl Genehmigungen für Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden als auch für neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden.

Im März 2025 wurden in neu zu errichtenden Wohngebäuden insgesamt 16.000 Wohnungen genehmigt – das entspricht einem Zuwachs von 8,9 % oder 1.300 Wohnungen im Vergleich zum März 2024. Im ersten Quartal 2025 lag die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen bei 46.100, was einem Anstieg von 4,1 % beziehungsweise 1.800 Wohnungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Innerhalb dieser Entwicklung zeigte sich ein differenziertes Bild je nach Gebäudeart:

  • Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2024 deutlich um 15,3 % auf 10.600 (+1.400).
  • Bei den Zweifamilienhäusern hingegen war ein Rückgang um 8,9 % auf 3.000 genehmigte Wohnungen zu verzeichnen (–300).
  • Die Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser – die größte Gruppe unter den Neubauten – blieben mit 28.800 Wohnungen nahezu unverändert (+10 gegenüber dem Vorjahresquartal).

Quelle: Destatis

Wohneinheitenbedarf

Mit rund 320.000 neuen Wohneinheiten pro Jahr bis 2030 bleibt der Wohneinheitenbedarf an Neubauten in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede.

Eine der größten Herausforderungen bleibt die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in den großen Zentren – eine zentrale wohnungspolitische und soziale Aufgabe für alle Akteure der Baubranche. Während nachfragestarke und hochpreisige Ballungsräume sowie deren Umland weiter wachsen, nimmt die Wohnungsnachfrage in peripheren Regionen mit sinkender Bevölkerungszahl ab.

Die zukünftige Entwicklung des Neubaubedarfs hängt maßgeblich von der Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung sowie dem Nachfrageverhalten ab – sei es als Mieter- oder Eigentümerhaushalt, in Mehrfamilienhäusern oder freistehenden Einfamilienhäusern.

Hoher Neubaubedarf in Deutschlands größten Städten

In den sieben größten deutschen Städten – Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, Köln und Düsseldorf – wird jährlich ein Bedarf von 60.000 neuen Wohnungen prognostiziert. Das entspricht rund 20 % des bundesweiten Neubauvolumens.

Regionale Unterschiede beim Wohnungsbedarf

Besonders hoch ist der einwohnerbezogene Wohnungsbedarf in Süddeutschland. Spitzenreiter ist Landshut mit 87 Wohnungen je 10.000 Einwohner pro Jahr, gefolgt von Regensburg (83), Kempten im Allgäu (77), Memmingen (75) und München (74).

Am unteren Ende der Skala stehen Regionen mit deutlich geringerem Neubaubedarf, darunter der Landkreis Weimarer Land (5 Wohnungen je 10.000 Einwohner) sowie der Altmarkkreis Salzwedel, Börde, Saale-Holzlandkreis und Saalekreis mit jeweils 6 Wohnungen. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 38 Wohnungen je 10.000 Einwohner pro Jahr.

Wohnungsmarktexpertin: Mehr Neubauten in Wachstumsregionen erforderlich

Laut BBSR-Expertin Anna Maria Müther wird die Zahl der Haushalte bis 2030 um 1,3 % auf 42,6 Millionen steigen. Dies verstärkt die Wohnraumnachfrage, insbesondere in wachstumsstarken Städten und deren Umland. Der Fokus liegt dabei auf Miet- und Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern. In ländlichen Regionen hingegen bleibt der Neubaubedarf gering – hier geht es vor allem darum, Leerstand zu vermeiden und den vorhandenen Bestand zu nutzen.

Quelle: BBSR

Baugenehmigungen 2024

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland insgesamt für 215.900 Wohnungen Baugenehmigungen erteilt. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) entspricht dies einem Rückgang von 16,8 % bzw. 43.700 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr. Damit ist die Zahl der Baugenehmigungen bereits das dritte Jahr in Folge gesunken. Eine so niedrige Genehmigungszahl gab es zuletzt im Jahr 2010 mit 187.600 Wohnungen. Die erfassten Genehmigungen umfassen sowohl Wohnungen in Neubauten als auch in bestehenden Gebäuden. Als wichtiger Frühindikator gibt die Zahl der Baugenehmigungen einen Hinweis auf die zukünftige Bauaktivität.

Rückgang der Baugenehmigungen verlangsamt sich im zweiten Halbjahr 2024

Nachdem die Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2023 um 26,6 % im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen war, zeigte sich 2024 eine leichte Abschwächung des Rückgangs. Im ersten Halbjahr 2024 wurden noch 21,1 % weniger Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum (-28.500 auf 106.700). Im zweiten Halbjahr 2024 verringerte sich der Rückgang auf 12,5 % (-15.600 auf 109.300).

Deutlicher Rückgang bei Neubaugenehmigungen

Insgesamt wurden im Jahr 2024 rund 172.100 Neubauwohnungen genehmigt – ein Rückgang um 19,4 % bzw. 41.500 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr.

Unternehmen und Privatpersonen waren für den Großteil der Neubaugenehmigungen verantwortlich: 2024 entfielen 93 % aller Genehmigungen auf diese beiden Gruppen. Unternehmen erhielten 92.300 Genehmigungen, was einem Minus von 21,6 % bzw. 25.400 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Privatpersonen beantragten 68.400 Neubauwohnungen – 15,6 % oder 12.700 weniger als 2023. Auch die öffentliche Hand verzeichnete einen deutlichen Rückgang: Die Zahl der genehmigten Wohnungen sank um 19,8 % (-2.200) auf 8.800.

Starke Einbußen bei Ein- und Mehrfamilienhäusern

Betrachtet man die verschiedenen Gebäudearten, zeigt sich vor allem bei Einfamilienhäusern ein deutlicher Rückgang: 2024 wurden 37.900 Einfamilienhäuser genehmigt, 20,3 % oder 9.600 weniger als im Vorjahr. Auch Zweifamilienhäuser verzeichneten mit 12.700 genehmigten Einheiten einen Rückgang um 11,3 % (-1.600). Diese beiden Kategorien, die größtenteils von Privatpersonen errichtet werden, machten rund 29,4 % der Neubaugenehmigungen aus.

Im Jahresverlauf 2024 stabilisierte sich die Zahl der Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser auf niedrigem Niveau. Der Januar 2024 markierte mit nur 3.900 genehmigten Einheiten den tiefsten Monatswert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995. Seitdem pendelte sich die monatliche Zahl bei durchschnittlich 4.200 ein.

Mehrfamilienhäuser dominierten weiterhin das Baugeschehen: 66,4 % der Neubaugenehmigungen entfielen 2024 auf diese Bauform. Dennoch ging auch hier die Zahl der Genehmigungen um 19,7 % zurück – von 142.200 im Jahr 2023 auf 114.200 Wohnungen.

Bildquelle: Destatis
Quelle: Destatis

Grundsteuer

Laut dem Statistischen Bundesamt haben Deutschlands Gemeinden im ersten Halbjahr 2024 rund 8,0 Milliarden Euro an Grundsteuer eingenommen. Mit einem durchschnittlichen Anteil von 13 % war sie nach der Gewerbesteuer (59 %) und der Einkommensteuer (25 %) eine der wichtigsten kommunalen Einnahmequellen.

Der Großteil der Grundsteuereinnahmen stammte aus der Grundsteuer B, die für bebaute und unbebaute Grundstücke erhoben wird, und belief sich auf 7,8 Milliarden Euro. Die Grundsteuer A, die land- und forstwirtschaftliches Vermögen betrifft, spielte eine untergeordnete Rolle.

Seit dem 1. Januar 2025 gilt eine reformierte Berechnungsgrundlage mit neu festgesetzten Hebesätzen. Daten zu den Grundsteuereinnahmen und Hebesätzen ab 2025 liegen derzeit noch nicht vor.

10-Jahresvergleich der Grundsteuer

Die Einnahmen aus der Grundsteuer sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2023 erzielten die Gemeinden insgesamt 15,5 Milliarden Euro an Grundsteuereinnahmen – ein Anstieg von 25,2 % gegenüber 2013, als die Einnahmen noch 12,4 Milliarden Euro betrugen.

Trotz des absoluten Wachstums hat die Bedeutung der Grundsteuer als kommunale Einnahmequelle abgenommen. Während sie 2013 noch 14,8 % der gesamten Gemeindesteuern ausmachte, sank ihr Anteil bis 2023 auf 11 %.

Vergleich der Grundsteuereinnahmen nach Bundesländern

Die Entwicklung der Grundsteuereinnahmen variiert stark zwischen den Bundesländern und hängt maßgeblich von den jeweiligen Hebesatzanpassungen ab.

Zuwachs des Grundsteueraufkommens von 2013 bis 2023 (Auswahl):

  • Hessen: +56,5 % von 0,9 Mrd. € auf 1,4 Mrd. €
  • Saarland: +44,9 % auf 0,2 Mrd. €
  • Rheinland-Pfalz: +42,2 % auf 0,7 Mrd. €
  • Sachsen: +12,3 % von 0,48 Mrd. € auf 0,54 Mrd. €
  • Berlin: +12,3 % auf 0,86 Mrd. €
  • Sachsen-Anhalt: +13,3 % auf 0,27 Mrd. €

Quelle: Statistische Bundesamt
Bildquelle: Statistische Bundesamt