Immobilienmarkt trotzt Krise?

Trotzt der aktuellen Situation scheint der Wohnimmobilienmarkt weiterhin attraktiv und stabil zu bleiben. Zu dieser Erkenntnis kommt der Immobilienverband Deutschland IVD mithile einer Analyse des Wohnimmobilienmarktes. Laut deren Prognosen werden die Mieten für Bestandswohnungen zwischen 2,5 und 3 Prozent steigen. Im Vorjahr verzeichnetet der IVD einen Anstieg von 3,1 Prozent. Die Preise für Eigentumswohngen im Bestand sollen durchschnittlich zwischen 4 und 5 Prozent zulegen.

Der teils deutliche Nachfrageüberhang an Wohnimmobilien, gleichermaßen nach Miet- und Eigentumswohnungen, rechtfertig die Preiserwartung. Laut IVD-Präsident Jürgen Michael Schick ist der Nachfrageüberhang kurzfristig nicht abbaubar und daher wird mit einem moderaten Preisanstieg gerechnet. „Die prinzipielle Entscheidung, eine Wohnung zu kaufen oder zu mieten, wird von der Corona-Krise kaum berührt. Käufer, die wegen Liquiditätsverlusten ausfallen, werden durch Kaufinteressenten ersetzt, die ihre Liquidität gerade in der heutigen Zeit in Immobilien investieren wollen. Zudem bleibt das Zinsniveau vorerst auf einem sehr niedrigen Niveau“, so der IVD-Präsident.

Juni 2020
Quelle:
Quelle

Immobilienpreisindex um 6,3 % gestiegen

Nach Berechnungen des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) stieg der Immobilienpreisindex im ersten Quartal 2020 um 6,3 % und erreichte einen neuen Höchststand. Damit war noch keine Auswirkung auf die Pandemie erkennbar. Aufgrund der beobachteten Vorsicht und Zurückhaltung wird im zweiten Quartal mit einer Verlangsamung, möglicherweise einem Stopp des Aufwärtstrends gerechnet. Für das gesamte Jahr 2020 geht der Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt von einem leichten Wachstum des vdp-Index aus.

Baugenehmigung 2019

Für das Jahr 2019 wurden 360. 600 Wohnungen genehmigt. Das waren, laut Statistischem Bundesamt, 4,0 % mehr als im Jahr 2018. Diese Zahlen beinhalten die Baumaßnahmen für bestehende und neue Gebäude. Die Genehmigungen bewegen sich weiter auf hohem Niveau, wenn es auch im Jahr 2016 insgesamt 375.000 genehmigte Wohnung gab, so zeigt der Rückblick eine stetig steigende Kurve.

Die Zahl der Genehmigung sagen jedoch nichts über deren Fertigstellung aus. Die Fertigstellungen sollten Zeitverzögert folgen, was aber nicht passiert. Die Anzahl der Fertigstellungen nimmt seit Jahren ab. So wurden im Jahr 2018 gerade 219.494 Wohnungen fertiggestellt und 346.810 genehmigt. Das Bezugsjahr für die Fertigstellung im Jahr 2018, ist das Jahr 2016 mit 375.400 beziehungsweise 205 mit 209.000 genehmigten Wohnungen.

Wegerecht kein Gewohnheitsrecht

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24. Januar 2020, kann sich ein Nachbar sein Wegerecht nicht aufgrund des Gewohnheitsrechts sichern. Ein Wegerecht sollte daher immer Grundbuchrechtlich gesichert sein. Andernfalls steht einem die Möglichkeit des Wegerechts nur auf einer schuldrechtlicher Vereinbarung oder als Notweg laut §917 BGB zu.

Geklagt hatte eine Nachbarin, dessen rückwärtiger Bereich nur über ein fremdes Grundstück möglich war, und dieser mit Wirkung zum 31. Dezember 2016 vom Nachbar nicht mehr geduldet wurde. Die Nachbarin baute daraufhin eine Toranlage und die Klägerin versuchte dies mithilfe der Gerichte zu unterbinden.

Das Landgericht hatte es zunächst untersagt und verpflichtete die Nachbarin auf Zugang zum rückwärtigen Bereich zu sorgen. Das Oberlandgericht hatte die Berufung der Nachbarin zurückgewiesen. Der Bundegerichtshof hob dieses Urteil allerdings auf und die Entscheidung geht erneut an das Oberlandesgericht zurück. Aktuell muss also das Oberlandesgericht erneut prüfen, ob der Klägerin ein Notwegerecht zusteht.

März 2020

Anstieg Wohnungsmieten

Laut einer Untersuchung der Städte Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, München, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig durch den Immobiliendienstleister JLL, haben sich die Mieten im Jahr 2019, im Mittel um 4,1 % verteuert. Damit fiel dieser insgesamt höher aus als noch zur Jahresmitte erwartet, jedoch geringer als im Vorjahr, welches mit 5,1 % abschloss.
Das begründet Roman Heidrich, Lead Director Residential Valuation Advisory JLL Berlin, mit unterschiedlich starken Neubautätigkeiten im Umland, welche somit für Entlastung innerhalb der Städte sorgen und der steigenden Nachfrage nach „günstigen“ Immobilien im Speckgürtel der jeweiligen Städte. Weiter erklärt Roman Heidrich: „Die Anzahl und Struktur lokal angebotener Wohnungen verschiebt sich durch die Ausdehnung der Wohnungsnachfrage hin zur Peripherie. Gleichzeitig sinkt die Fluktuation in vielen teuren und zentralen Bezirken. Das führt wiederum zu einem Rückgang der aggregierten angebotenen Mietpreise. Auf Grund der deutlichen Abnahme innerstädtischer Flächenpotentiale gilt dies insbesondere für den Wohnungsneubau. Darüber hinaus sind die regulatorischen Spielräume bei den Mietpreissteigerungen in zentralen Lagen weitgehend ausgeschöpft und werden zum Beispiel durch eine zunehmende Zahl an Milieuschutzgebieten weiter beschränkt.“

Auch die Beeinflussung durch die jeweilige lokale Wohnungspolitik, darunter fallen die Anzahl genehmigter und fertiggestellter Bauten sowie die jeweiligen Maßnahmen zum Mieterschutz sorgen für dämpfende Wirkung.

Februar 2020

Ein Plus an Genehmigungen

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden zwischen Januar und November 2019 insgesamt 319.200 Wohnungen genehmigt. Dies ist ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese Genehmigungen decken Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden und Neubauten ab. Deshalb können wir hier weiterhin von einem hohen Niveau, welches seit 2016 anhält, sprechen. Im Jahr 2016 gab es eine Sprunghaften Anstieg auf insgesamt 340.000 Baugenehmigungen.

Die Zahl der Genehmigung ist jedoch weiterhin höher als die Zahl der tatsächlichen Fertigstellung. Von der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung vergehen im Schnitt zwei bis drei Jahre. Dabei zeigt sich das die Zahl der abgeschlossenen Bauvorhaben hinter der Zahl Baugenehmigungen, ein sogenannter Bauüberhang, seit einigen Jahren zunimmt.

Januar 2020
Quelle:
Destatis

Umsatzwachstum in der Bauwirtschaft

Die 370.000 Mitgliedsbetriebe der Bundesvereinigung Bauwirtschaft erwarten im kommenden Jahr ein Umsatzwachstum von 4,2 %. Dadurch würde der Branchenumsatz von aktuell 354 Milliarden Euro auf 370 Milliarden Euro steigen.

Das hohe Wachstum der Bauwirtschaft wird überwiegend von der Neubautätigkeit erreicht. Hier wirkt sich besonders die hohe Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten positiv aus. Mit 845.000 Beschäftigten wurden dieses Jahr 125 Milliarden Euro, ungefähr ein Drittel, erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 6,2 %.
Das Ausbaugewerbe hatte im gleichen Zeitraum ein Plus von 3,8 % mit einem Gesamtergebnis von 93,5 Milliarden im Jahr 2019. Hingegen die Technische Gebäudesanierung mit 1,5 Millionen Beschäftigten über 136 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2019 erwirtschafteten. Was ein Umsatzplus von 4,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Bauzinsen auf Rekordtief

Immobilienkredite mit zehnjähriger Laufzeit liegen derzeit bei unter einem Prozent. Dies kann dem monatlich, von Interhyp, veröffentlichtem Bauzins-Trendbarometer entnommen werden. Manche erwarten sogar noch weiter fallende Konditionen und einige Fragen sich, wie tief die Zinsen noch sinken können.

Bei negativen Bauzinsen sowie einer Zinswende sind sich die Institute jedoch einig und sehen derzeit keine Entwicklung in diese Richtung. Hier spielen globale Ereignisse wie der Brexit, die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank sowie die derzeitigen Handelskonflikte eine Rolle.

November 2019
Quelle:
Interhyp

Meisterpflicht für Handwerksbetriebe

Das Bundeskabinett hat Anfang Oktober beschlossen, die Meisterpflicht für zwölf Handwerke wieder einzuführen umso die Qualität zu stärken. Hiervon betroffen sind:

- Fliesen-, Platten und Mosaikleger
- Estrichleger
- Betonstein- und Terrazzohersteller
- Behälter- und Apparatebauer
- Parkettleger
- Drechsler und Holzspielzeugmacher
- Rollladen- und Sonnenschutztechniker
- Böttcher
- Glasveredler
- Raumausstatter
- Orgel- und Harmoniumbauer
- Schilder- und Lichtreklamehersteller

Durch die Wiedereinführung soll außerdem die Ausbildungsleistung gestärkt, den Handwerksberuf attraktiver für junge Menschen machen, und die Leistungs- und Innovationskraft gesteigert werden. Die Neuregelung soll innerhalb der nächsten fünf Jahre umgesetzt werden.

Oktober 2019

Weniger Baugenehmigungen

Das Statistische Bundesamt hat die Baugenehmigungen von Januar bis Juli 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verglichen und musste einen Rückgang von 3,4 % feststellen. Die Genehmigungen betreffen sowohl den Neubau als auch Umbauten. So wurden bis Juli 2019 insgesamt 196.437 Wohnungen genehmigt, dem stehen 203.282 im Vorjahreszeitraum gegenüber und entspricht einem Rückgang von 6.845 Wohnungen. Betrachtet man nur den Neubausektor im Vergleich zum Jahr Vorjahreszeitraum, vergrößert sich die Differenz um 4,1 % oder 7.300 Wohnung.

Dies Zahlen stehen nicht im Verhältnis zu dem weiterwachsenden Umsatz im Bauhauptgewerbe, welche im Juli 2019 um 5,6 % zugelegt haben.