Immobilienpreise
Trendwende am deutschen Immobilienmarkt
Nach mehreren Jahren rückläufiger Werte zeigt sich am deutschen Wohnungsmarkt wieder eine positive Entwicklung. Die Immobilienpreise für Bestands-Eigentumswohnungen sind im Jahr 2025 inflationsbereinigt erstmals seit 2021 wieder gestiegen. Im Durchschnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte lag der reale Preisanstieg bei 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: 2024 waren die Preise noch um 2,8 Prozent und 2023 sogar um 10,1 Prozent gefallen.
Diese Entwicklung deutet auf eine Stabilisierung des Marktes hin. Viele Kaufinteressenten haben sich inzwischen auf das veränderte Zinsniveau eingestellt, während das Angebot aufgrund der geringen Neubautätigkeit weiterhin knapp bleibt. Dadurch gewinnen die Immobilienpreise in vielen Regionen wieder an Dynamik.
Mittelstädte treiben die Preisentwicklung
Besonders deutlich fiel der Anstieg in Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern aus. Hier legten die Preise für Eigentumswohnungen inflationsbereinigt um durchschnittlich 1,2 Prozent zu. In Großstädten betrug das Plus 0,8 Prozent, während Landkreise einen Anstieg von 0,5 Prozent verzeichneten. Vergleichsweise moderat entwickelten sich die sogenannten „Big 7“, in denen die Preise im Durchschnitt lediglich um 0,2 Prozent zunahmen.
Zu den stärksten Gewinnern zählt Pirmasens mit einem realen Preisanstieg von 11,4 Prozent. Trotz dieser Entwicklung liegt das Preisniveau dort mit durchschnittlich 1.482 Euro pro Quadratmeter weiterhin vergleichsweise niedrig. Auch Cottbus verzeichnete deutliche Preiszuwächse, die unter anderem auf hochwertige Wohnungsangebote zurückzuführen sind.
Unter den Großstädten sticht Potsdam hervor. Dort erhöhten sich die Preise für Bestandswohnungen um 14,3 Prozent auf durchschnittlich 5.897 Euro pro Quadratmeter. Städte mit guter Infrastruktur und attraktiver Lage im Umland der Metropolregionen bleiben damit weiterhin besonders gefragt.
Unterschiedliche Entwicklung in den deutschen Metropolen
Die Preisentwicklung in den sieben größten deutschen Städten verlief uneinheitlich. Während Berlin und Stuttgart leichte Preisrückgänge verzeichneten und Frankfurt am Main nahezu auf Vorjahresniveau blieb, entwickelten sich Hamburg und München positiv. Beide Städte meldeten inflationsbereinigt einen Anstieg von rund einem Prozent.
Dennoch bleiben sie die teuersten Wohnungsmärkte Deutschlands. In München kostete eine Bestandswohnung im Durchschnitt rund 9.070 Euro je Quadratmeter, in Hamburg etwa 6.394 Euro. Stuttgart blieb mit durchschnittlich 4.737 Euro pro Quadratmeter die günstigste Metropole innerhalb der Big 7.
Auch im Umland der Metropolen zeigt sich ein gemischtes Bild. Während Regionen rund um Hamburg und Köln teilweise wieder steigende Kaufpreise verzeichnen, entwickelten sich viele Landkreise im Großraum Stuttgart weiterhin rückläufig.
Prognose bis 2035: Positive Aussichten in den meisten Bundesländern
Langfristig erwarten Experten in 13 der 16 Bundesländer steigende reale Kaufpreise für Eigentumswohnungen. Besonders gute Perspektiven bestehen in Schleswig-Holstein, Berlin und Bayern. Dort wird bis 2035 mit den höchsten durchschnittlichen Preissteigerungen gerechnet.
Anders stellt sich die Situation in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen dar. Vor allem in ländlichen Regionen könnten die Kaufpreise aufgrund rückläufiger Bevölkerungszahlen weiter sinken. Gleichzeitig entwickeln sich einzelne Städte deutlich besser als ihr Umland.
Ein herausragendes Beispiel ist Leipzig. Die Stadt profitiert von einer wachsenden Bevölkerung, steigenden Einkommen und einer vergleichsweise jungen Altersstruktur. Gleichzeitig liegen die Quadratmeterpreise mit durchschnittlich 3.205 Euro noch unter vielen anderen deutschen Großstädten. Experten erwarten deshalb bis 2035 einen durchschnittlichen jährlichen Preisanstieg von 1,9 Prozent – den höchsten Wert aller untersuchten Regionen Deutschlands.
Fazit
Der deutsche Immobilienmarkt hat nach der Preiskorrektur der vergangenen Jahre wieder in den Wachstumsmodus gefunden. Besonders Mittelstädte und wirtschaftlich starke Regionen profitieren von der steigenden Nachfrage und dem knappen Wohnungsangebot. Langfristig werden sich die Immobilienpreise jedoch regional sehr unterschiedlich entwickeln. Entscheidend bleiben Faktoren wie Bevölkerungsentwicklung, Einkommen, Infrastruktur und Neubautätigkeit.
Quelle: Postbank
Bildquelle: Postbank